Case Management in der Eingliederungshilfe / Teilhabeplanung BTHG

Weiterbildung Case Management (zertifiziert nach DGCC)

Mit dem neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG) werden Handlungskonzepte, die individuelle Einzelfallhilfe mit dem Management von Organisationen und Dienstleistungen verbinden, noch wichtiger als bisher. Der bereits begonnene Paradigmenwechsel in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, der die Stärkung der Eigenverantwortung der Betroffenen und ihrer Familien, ambulante Hilfen vor stationären sowie das Persönliche Budget in den Fokus nimmt, erfordert ein abgestimmtes effektives Arbeiten.
Als eines der Instrumente für die Bedarfsermittlung etabliert sich derzeit das bio-psycho-soziale Modell ICF (soll beim anklicken aufgehen: International Classification of Functioning, Disability and Health -Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit), das für die Unterstützungsplanung und den weiteren Verlauf der Individuellen Fallsteuerung im Teilhabemanagement genutzt wird.
Mit dieser Weiterbildung erhalten Sie die aktuelle praxisorientierte Vermittlung fall- und systembezogener Handlungskompetenzen sowie spezifischer Fachkenntnisse für Ihre Tätigkeit in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung.

Wir führen die Qualifizierung mit unseren zertifizierten Trainerinnen und Trainern durch, die alle über eigene Erfahrungen im Case Management verfügen und Praxis-Know-How vermitteln. Zum Thema „ICF“ steht Frau Dr. Heike Philippi (Ärztliche Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums Frankfurt und Leiterin der ICF-CY Arbeitsgruppe der DGSPJ) als Fachreferentin zur Verfügung.

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 234 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten und gliedert sich in 4 Teile.

  • Basismodul – Grundlagen (4 Bausteine mit insgesamt 12 Tagen = 96 UE)
  • Aufbaumodul – Rahmenbedingungen und handlungsspezifische Inhalte (3 Bausteine mit insgesamt 9 Tagen = 72 UE)
  • Selbstorganisierte Lerngruppen (18 UE) und Kollegiale Beratung (24 UE)
  • Supervision (24 UE)

Unsere Weiterbildungen sind von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung gemäß § 10 Abs.1 NBildUG in Niedersachsen und Hessen als Bildungsurlaub anerkannt.

  • Die Teilnehmer verfügen nach Abschluss der Weiterbildung über
  • vertiefte Kenntnisse des Case Management
  • Kenntnisse zum neuen Behinderungsbegriff und zum Begriff der Teilhabe
  • Verfahrenssicherheit in der Fallsteuerung
  • Kenntnisse über das bio-psycho-soziale Modell ICF
  • Befähigung zur ressourcen- und netzwerkorientierten Arbeit
  • Grundkenntnisse im Bereich der Systemsteuerung
  • Kenntnisse der Anwendungsbezüge von Case Management
  • Rollenklarheit als Case Manager
Baustein 1 – Grundlagen Case Management
  • Definitionen und Grundsätze Case Management (CM)
  • Modelle von Fallmanagement
  • Grundlagen zum Prozess der individuellen Fallsteuerung (DGCC)
  • Konkrete Gestaltung der Phasen der individuellen Fallsteuerung
  • Kommunikationsmodelle und Beratungsmethoden – Teil 1
  • Einführung Kollegiale Beratung
Baustein 2 – Individuelle Fallsteuerung im Case Management
  • Vertiefende Gestaltung der Phasen der individuellen Fallsteuerung: Assessment, Serviceplanung, Linking, Monitoring, Evaluation
  • Ressourcenanalyse und Ressourcensicherung
  • Beratung im Auftragskontext
  • Kommunikationsmodelle und Beratungsmethoden – Teil 2
  • Vertiefung Kollegiale Beratung
Baustein 3 – Netzwerkmanagement
  • Netzwerktheorien und Netzwerkarbeit
  • Kommunikation im Netzwerk – die Rolle des Case Managers
  • Umgang mit Macht
  • Gestaltung von Kooperationsbeziehungen – Verhandlungsführung
  • Moderation von Besprechungen
Baustein 4 – Qualitätsmanagement
  • Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
  • Überblick über die Inhalte eines QM-Systems
  • Leitbild gemäß der Rahmenempfehlungen der DGCC
  • Ziele auf Fall-, System- und Netzwerkebene
  • Einsatz der Instrumente des Qualitätsmanagements
  • Verfahrensschritte der Evaluation
  • Implementierung von CM
Baustein 5 – Case Management im System – Konfliktmanagement
  • Effektive Verzahnung von Fall- und Systemsteuerung
  • Konzepte zu Bedarfsermittlung und Angebotssteuerung
  • Veränderte Anforderungen und ihre Auswirkungen auf die Systemebene
  • Interessenkonflikte in Netzwerken
  • Konfliktmanagement
  • Zwischenreflexion der eigenen Ziele
Baustein 6 – Teilhabemanagement – Resilienz
  • Besondere Herausforderungen durch das BTHG
  • Der Begriff „Teilhabe“
  • Das bio-psycho-soziale Modell ICF
  • Aspekte des Teilhabemanagements
  • Kooperation mit verschiedenen Berufsgruppen und Institutionen sowie gesetzlichen Betreuern im Netzwerk
  • Resilienz und Resilienzfaktoren
Baustein 7 – Selbstmanagement – Haltung – Rolle
  • Rollen: Konzepte und Rollenerwartungen
  • Professioneller Umgang mit Rollenanforderungen /-druck
  • Effektiver Umgang mit eigenen Ressourcen und „Störungen“
  • Zeit- und Selbstmanagement